Viagra wird zehn Jahre alt

Eine heimlich verschwiegene, nur beschämt geäusserte Störung der Sexualität des Mannes wurde durch Viagra zu einer Krankheit über die Männer offen sprechen können und die behandelt werden kann. Es mag sein, daß die Sexualität durch die neuen Arzneimittel ein wenig an Mystik und Verbotenem verloren hat, aber dennoch sind sehr viele Männer unglaublich dankbar für die Entwicklung dieser Präparate gegen die erektile Dysfunktion.

Das durch eine fast unaussprechliche chemische Verbindung (Dihydro-methyl-oxo-propyl-pyrazolopyrimidinyl-ethoxyphenylsulfonyl-methylpiperazin) eine neue sexuelle Revolution ausgelöst wurde, ist lediglich einem Zufall zu verdanken. Das Pharmaunternehmen PFIZER testete gerade Mittel gegen Bluthochdruck, unter anderem eine Substanz names Sildenafil. Der Erfolg bei Bluthochdruck war allerdings nicht sonderlich ausgeprägt, dafür wunderte es die Forscher umsomehr, daß nach Abschluss der Forschungsreihe viele der Testpatienten sich weigerten, ihre Pillen zurückzugeben. So wurden sie auf eine Nebenwirkung des Sildenafil Präperates aufmerksam, nachdem Sie Ihre Testpatienten befragt hatten, alle gaben zur Auskunft, daß Ihre Erektion wesentlich verlängert wurde durch Einnahme des Mittels. 

Durch diesen Zufall also ist die kleine blaue Pille namens Viagra entstanden und hat dem Pharmaunternehmen Pfizer Milliardenumsätze beschert und es zu einem der der weltweit umsatzstärksten pharmazeutischen Unternehmen gemacht.

Öffentlich zugelassen wurde Viagra am 27.03.1998 in den USA und kurze Zeit später, am 15.09.1998 auch in der Europäischen Union. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht und hat zwei vergleichpare Mittel hergestellt. Ihre Namen sind Cialis von der Firma Bayer und Levitra von der Firma Lilly. Weitere Medikamente für alle nur denkbaren sexuellen Störungen befinden sich schon in der Entwicklung vieler unterschiedlicher Unternehmen. 

Viagra hat weit mehr verändert, als das es “nur” Männern mit Erektionsproblemen geholfen hätte. Viagra ist zu einer umgangssprachlichen Metapher geworden, es hat viele Bereiche der Gesellschaft verändert. Nicht immer ohne Kritik.

Die blaue Pille war für alle etwas vollkommen Neues. Es wirkt nicht sexuell stimulierend und es enthält keinerlei Hormone. Lange Zeit gab es nur nutzlose, ja zum Teil sogar gefährlich Aphrodisiaka. Von Naturstoffen, die zum Teil aus gefährdeten Tierarten gewonnen wurden bis hin zu Amphetaminen und Strychnin. Als schöner Nebeneffekt der Wunderpille Viagra soll die Jagd auf bedrohte Tierarten, die für die Herstellung völlig Nutzloser Aphrodisiaka genutzt wurden, eingeschränkt worden sein. 

Der Name Viagra soll eine Kombination aus Vigor (lat. für Kraft) und Niagara (die Wasserfälle) sein. Was das Mittel eigentlich bewirkt, ist recht einfach. Es hemmt den Abbau eines Stoffes im Körper (Guanosinmonophosphat) und so die Durchblutung der Schwellkörper im Penis des Mannes verlängert oder bei einer erektilen Dysfunktion erst ermöglicht. Natürlich sollte jemand, der dieses Mittel verwenden will sich vorher bei ein Arzt voruntersuchen lassen, um etwaige Nebeneffekte mit gleichzeitig eingenommenen Medikamenten auszuschliessen. Bei gesunden Männern, die keine weiteren Präparate einnehmen ist die Einnahme jedoch völlig ungefährlich. 

Das was man früher Impotenz nannte und immer nur als Folge von anderen Erkrankungen oder psychischen Problemen gesehen hat, wurde ebenfalls durch Viagra verändert. Nun ist klar, daß Erektionsstörungen der Vorbote von verschiedenen Krankheiten wie z.B. Diabetes, Fettstoffwechselerkrankungen und Gefäßverengungen sein können. 

Abschliessend lässt sich sagen, dass der Siegeszug des Wunderpräperats Viagra vor allem auch dadurch begann, daß es wirklich zuverlässig und gut half. Unbestritten ist, daß viele Paare ein wenig des Glücks wiedergefunden haben das sie schon verloren geglaubt haben. Oftmals ist das grösste Problem das die Menschen Angst davor haben, daß die Romantik bei alldem auf der Strecke bleiben könnte. Jedoch mit einem romantischen Dinner bei Kerzenschein und viel Zärtlichkeit ist es ein umso grösserer Genuss, wenn der Sex danach dann auch wieder ohne jegliche Angst genossen werden kann. Und zwar von beiden Partnern. 

 

 

Autor: admin
Datum: Samstag, 23. August 2008 1:04
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